Wie melde ich ein Kleingewerbe an?

Was genau ist eigentlich ein Kleingewerbe? Wie meldet man es an? Und ist das für dich überhaupt sinnvoll? In diesem Artikel bekommst du die wichtigsten Grundlagen. Klar, einfach und ohne komplizierte Fachbegriffe erklärt. Perfekt für alle, die 2025 in die Selbstständigkeit starten wollen.

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Rechtlicher Hinweis

Dieses Video und dieser Artikel stellen keine rechtliche oder steuerliche Beratung dar. Die Inhalte dienen ausschließlich zu Informationszwecken und können je nach Bundesland und individueller Situation abweichen. Bei Unsicherheiten wende dich an das örtliche Gewerbeamt oder einen Steuerberater.

Was ist ein Kleingewerbe überhaupt?

Ein Kleingewerbe ist kein eigener Unternehmenstyp, den man gesondert anmeldet. Der Begriff ist eher umgangssprachlich und beschreibt:

  • kleine Gewerbebetriebe ohne Handelsregistereintrag

  • mit vereinfachten Pflichten

  • und oft mit Nutzung der Kleinunternehmerregelung (§ 19 UStG)

Das bedeutet: Du meldest kein Kleingewerbe an, sondern z. B. ein Einzelunternehmen oder eine GbR.
Erst das Finanzamt entscheidet später, anhand des Fragebogens zur steuerlichen Erfassung, ob du steuerlich als Kleinunternehmer geführt wirst.

Was bedeutet Kleingewerbe genau?

Ein Kleingewerbe erfüllt zwei Merkmale:

1. Kleingewerbe im rechtlichen Sinne

Du bist nicht im Handelsregister eingetragen, also kein „Kaufmann“. Das bedeutet:

  • keine doppelte Buchführung

  • keine Bilanz

  • einfache Einnahmen-Überschuss-Rechnung (EÜR) ausreichend

Typische Formen:

  • Einzelunternehmen (ohne Handelsregistereintrag)

  • GbR (zwei oder mehr Personen)

2. Kleingewerbe im steuerlichen Sinne (Kleinunternehmerregelung)

Wenn du die Voraussetzungen erfüllst und die Regelung auswählst:

  • keine Umsatzsteuer auf Rechnungen

  • keine Umsatzsteuer ans Finanzamt

  • keine Umsatzsteuervoranmeldungen

Grenzwerte (§19 UStG):

  • Vorjahr: unter 22.000 € Umsatz

  • laufendes Jahr: voraussichtlich unter 50.000 €

Wichtig: Die Regelung ist freiwillig. Wenn du hohe Investitionen hast, kann es sinnvoll sein, darauf zu verzichten, um die Vorsteuer abzuziehen.

Wie melde ich ein Kleingewerbe an?

Damit du wirklich verstehst, wann was passiert, hier der logische Ablauf:

1. Was willst du tun?

Produkte verkaufen? Dienstleistungen anbieten? Freelancen? Je klarer du weißt, was du machst, desto sauberer kannst du anmelden.

2. Prüfen: Bist du gewerbepflichtig?

Du musst ein Gewerbe anmelden, wenn du:

  • regelmäßig

  • dauerhaft

  • mit Gewinnerzielungsabsicht

arbeitest. Außer du gehörst zu den freien Berufen (z. B. Designer, Texter, Journalisten).

3. Zum Gewerbeamt gehen und Gewerbe anmelden

Dort gibst du an:

  • Einzelunternehmen (wenn du allein gründest)

  • GbR (wenn ihr mehrere seid)

Wichtig: Beim Gewerbeamt gibt es kein Feld „Kleingewerbe“. Das kommt erst beim Finanzamt.

4. Post vom Finanzamt: Fragebogen zur steuerlichen Erfassung

Den füllst du online über ELSTER aus.

Hier entscheidest du: Nutze ich die Kleinunternehmerregelung oder nicht?

Wenn ja, und du die Voraussetzungen erfüllst, giltst du ab diesem Moment als Kleingewerbetreibender im steuerlichen Sinne.

Macht ein Kleingewerbe für mich Sinn?

Ein Kleingewerbe ist ideal für dich, wenn du:

  • allein oder mit einer weiteren Person startest

  • erstmal nebenberuflich anfängst

  • wenig Startkapital brauchst

  • unter den Umsatzgrenzen bleibst

  • möglichst wenig Papierkram möchtest

  • keine Umsatzsteuervoranmeldungen machen willst

Kosten: Nur 40–60 € beim Gewerbeamt und etwas Zeit.

Wann macht ein Kleingewerbe keinen Sinn?

Wenn du:

  • von Anfang an hohe Umsätze planst

  • teure Investitionen machst (Vorsteuerabzug sinnvoll)

  • eine UG/GmbH gründen willst

  • Investoren benötigst

  • ein freier Beruf bist (Designer, Journalist, Coach, Texter etc.)

Dann solltest du eher:

  • ein normales Einzelunternehmen mit Umsatzsteuer

  • eine Kapitalgesellschaft

  • oder eine freiberufliche Tätigkeit anmelden.

Das passiert nach der Anmeldung automatisch

Nach deiner Gewerbeanmeldung informiert das Gewerbeamt automatisch:

Finanzamt

  • Fragebogen ausfüllen

  • Steuernummer erhalten

  • ggf. Umsatzsteuer-ID

IHK oder HWK

  • gesetzliche Pflichtmitgliedschaft

  • oft Beitragsbefreiung in den ersten Jahren

Berufsgenossenschaft

  • Anmeldung

  • Beiträge meist erst bei Mitarbeitern

  • freiwillige Versicherung möglich

Wichtige Hinweise für deinen Start

  1. Belege sammeln: Ab 250 € brauchst du eine Rechnung mit deinem Firmennamen, kein Kassenbon.

  2. Rechnungen korrekt schreiben und Pflichtangaben beachten! Sonst gibt es Ärger mit dem Finanzamt.

Ein Kleingewerbe ist für viele der einfachste und günstigste Weg in die Selbstständigkeit. Wenn du weißt, wie es geht, ist die Anmeldung kein Hexenwerk.

Die Selbstständigkeit wirkt am Anfang kompliziert, bis du einmal verstehst, wie klar die Schritte eigentlich sind. Auf meinem Youtube Kanal findest du viele weitere Videos, die dir genau dabei helfen.

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