Neben dem Job gründen: Wie du Sicherheit behältst, ohne dich zu blockieren

Die meisten Menschen scheitern beim Gründen nicht an fehlenden Fähigkeiten, sie scheitern an ihrer Angst vor dem Job.
„Was passiert, wenn mein Chef das mitbekommt?“
„Darf ich das überhaupt?“
„Was, wenn ich meinen Job verliere?“

Diese Gedanken sind nachvollziehbar. Der Job ist nicht nur Einkommen, er ist Sicherheit, Struktur und Planbarkeit. Genau deshalb wird er oft zum größten inneren Blocker auf dem Weg in die Selbstständigkeit.

Dabei ist die Wahrheit deutlich nüchterner: Für viele Gründer ist der Job kein Hindernis, sondern überhaupt erst die Grundlage, um sicher starten zu können. Das Problem ist nicht das Nebenberufliche an sich, sondern fehlende Klarheit darüber, wo echte Konflikte entstehen und wo nicht.

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Probleme entstehen, wenn Erwartungen kollidieren

Neben dem Job zu gründen ist grundsätzlich nichts Ungewöhnliches. Probleme entstehen nicht durch die Gründung selbst, sondern dann, wenn Erwartungen aufeinanderprallen. Auf der einen Seite steht dein Arbeitgeber mit klaren Vorstellungen. Auf der anderen Seite dein Wunsch, etwas Eigenes aufzubauen.

Diese Spannungen haben weniger mit Gesetzen zu tun, als viele glauben.
In der Praxis drehen sie sich fast immer um Wahrnehmung, Verhalten und Überschneidungen.

Die drei typischen Konfliktfelder

1. Zeit und Aufmerksamkeit

Das erste Konfliktfeld ist selten die tatsächliche Arbeitszeit. Es ist die spürbare Verschiebung deiner Aufmerksamkeit. Du bist zwar anwesend, aber mental bereits bei deiner Selbstständigkeit. Du checkst zwischendurch Mails, denkst im Meeting an dein Angebot oder bist gedanklich nicht mehr voll dabei.

Das fällt auf. Und genau diese Wahrnehmung wird schnell zum Problem, nicht die Gründung selbst.

2. Loyalität und Engagement

Arbeitgeber erwarten, dass der Job deine Hauptpriorität bleibt. Wenn du Überstunden ablehnst, zusätzliche Projekte meidest oder früher gehst, sendet das ein klares Signal: Dein Fokus verschiebt sich. Das ist nicht automatisch falsch, aber es bleibt nicht unbemerkt.

Viele Konflikte entstehen nicht, weil jemand objektiv etwas falsch macht, sondern weil Erwartungen nicht mehr zusammenpassen.

3. Wettbewerb und Überschneidungen

Das kritischste Feld ist inhaltliche Überschneidung. Wenn deine Selbstständigkeit im gleichen Bereich liegt wie dein Job, wird es heikel. Gleiches Angebot, ähnliche Kunden oder die Nutzung von Kontakten aus dem Job sind klare Risikofaktoren.

Hier gibt es keinen Spielraum für Interpretationen, in solchen Fällen ist Transparenz Pflicht.

Der häufigste Denkfehler

Ein verbreiteter Irrtum lautet: „Solange meine Selbstständigkeit klein ist, ist es egal.“ Kurzfristig fühlt sich Schweigen sicher an, langfristig erzeugt es Unsicherheit.

Denn Schwierigkeiten entstehen selten am Anfang. Sie entstehen dann, wenn die Selbstständigkeit anfängt zu funktionieren.
Mehr Termine, veränderte Verfügbarkeit, sichtbare Prioritäten, genau dann fehlt oft die vorbereitete Klarheit.

Sicherheit entsteht nicht durch Vermeidung

Ich kann dir keine pauschale Antwort geben, ob du mit deinem Arbeitgeber sprechen solltest oder nicht. Aber ich kann dir sagen: Die meisten sind zu vorsichtig. Sie warten auf den perfekten Moment, auf vollständige Sicherheit oder auf Erlaubnis von außen und genau deshalb kommen sie nie ins Handeln.

Als ich mein Küchenstudio neben dem Job aufgebaut habe, habe ich bewusst nichts gesagt. Nicht aus Angst, sondern aus strategischen Gründen.
Es gab keine Überschneidungen, keinen Wettbewerb, keinen Interessenkonflikt. Die Spielregeln waren klar.

Der Unterschied ist entscheidend: Schweigen aus Angst blockiert. Schweigen aus Klarheit ist eine bewusste Entscheidung.

Wann du sprechen musst und wann nicht

Du solltest mit deinem Arbeitgeber sprechen, wenn deine Selbstständigkeit inhaltlich konkurriert, wenn Kunden oder Wissen aus dem Job genutzt werden könnten oder wenn dein Arbeitsvertrag entsprechende Klauseln enthält und Überschneidungen bestehen.

Du musst nicht sprechen, wenn du erstmal testest ob deine Idee sich trägt, in einem völlig anderen Bereich arbeitest und deine Aufgaben weiterhin zuverlässig erfüllst.

Im Zweifel gilt: Früh Klarheit schaffen ist besser als später rechtfertigen.

Fazit

Sicherheit entsteht nicht dadurch, dass man nichts sagt oder nichts entscheidet. Sie entsteht dadurch, dass man die eigene Situation versteht und bewusst handelt.
Die meisten blockieren sich nicht, weil sie zu mutig sind, sondern weil sie zu vorsichtig bleiben.

Die Selbstständigkeit wirkt am Anfang kompliziert, bis du einmal verstehst, wie klar die Schritte eigentlich sind.
Auf meinem Youtube Kanal findest du viele weitere Videos, die dir genau dabei helfen.

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