Reicht deine Zeit wirklich für eine Gründung?

Du sagst: „Ich würde mich ja selbstständig machen, aber mir fehlt einfach die Zeit.“ Job, Familie und Verpflichtungen, der Alltag ist voll. Das ist nachvollziehbar.
Aber in den meisten Fällen ist Zeit nicht das eigentliche Problem. Das Problem ist, wofür Zeit in der Gründung wirklich gebraucht wird und wie sie eingesetzt wird.

Ich weiß das aus eigener Erfahrung. Ich hatte zweieinhalb Jahre ein Küchenstudio und habe in dieser Zeit Wochen und Monate damit verbracht, Prozesse zu optimieren, die für den späteren Verlauf relevant gewesen wären. Gleichzeitig habe ich genau das vernachlässigt, was entscheidend gewesen wäre: Kundenkontakt, Verkaufsgespräche und das Erbringen meiner Dienstleistung. Spätestens als die Rechnungen kamen: Miete, Software, laufende Kosten, wurde mir klar, dass ich meine Zeit in die falschen Dinge gesteckt hatte.

Keine Lust zu lesen? Jetzt YouTube-Video zum Thema anschauen.

Warum Zeit beim Gründen oft falsch eingeschätzt wird

Zeit wird beim Gründen häufig falsch eingeschätzt, weil Fortschritt am Anfang kaum sichtbar ist. Du denkst viel nach, recherchierst, triffst Entscheidungen und verwirfst sie wieder. Von außen und manchmal auch für dich selbst, wirkt es, als würde nichts passieren.
Irgendwann entsteht das Gefühl, dass sich der Aufwand nicht lohnt.

Das ist kein Zeichen von Inkompetenz. Das ist ein normaler Teil des Prozesses. Entscheidend ist aber der Unterschied zwischen produktivem Nachdenken und lähmendem Perfektionismus.

Wenn du drei Wochen damit verbringst, deine Zielgruppe wirklich zu verstehen und am Ende klar sagen kannst: „Ich helfe Freelancern, die ihre Buchhaltung selbst machen wollen“, dann ist das produktive Arbeit. Wenn du drei Wochen an einem Logo bastelst, ist das keine Vorbereitung, das ist Prokrastination.

Wenig Zeit ist nicht das Problem, fehlender Fokus schon

Ein häufiger Denkfehler lautet: Wenig Zeit bedeutet automatisch, dass eine Gründung nicht möglich ist. Das stimmt nicht.

Wenig Zeit mit klarem Fokus ist oft wirksamer als viel Zeit ohne Richtung. Ich hatte damals im Küchenstudio viel Zeit und bin trotzdem nicht vorangekommen.
Nicht, weil Zeit gefehlt hat, sondern weil ich sie falsch genutzt habe. Ich habe Strukturen aufgebaut für ein Geschäft, das noch keine Kunden hatte, statt mich auf einkommensproduzierende Maßnahmen zu konzentrieren.

Die unbequeme Wahrheit lautet: Viele kommen nicht voran, weil sie beschäftigt sind, nicht weil sie zu wenig Zeit haben.

Wofür Zeit am Anfang wirklich gebraucht wird

Am Anfang einer Gründung wird Zeit vor allem für eines gebraucht: Klarheit.

Klarheit darüber, welches konkrete Problem gelöst werden soll.
Klarheit darüber, ob es dafür echte Nachfrage gibt.
Klarheit darüber, ob dieses Vorhaben ins eigene Leben passt: zeitlich, energetisch und finanziell.

Diese Arbeit ist leise, sie fühlt sich nicht produktiv an. Aber sie entscheidet darüber, ob alles Weitere Sinn ergibt.
Deshalb gilt: einmal sauber durchdenken, dann umsetzen. Nicht over-engineeren.

Statt monatelang an einer Website zu bauen, ist es deutlich sinnvoller, mit potenziellen Kunden zu sprechen.
Zehn Gespräche bringen mehr Klarheit als jede perfekte Seite ohne Nachfrage.

Struktur schlägt verfügbare Stunden

Eine realistische Einschätzung der eigenen Situation ist entscheidend.
Wenn Zeit immer nur „irgendwann“ da sein soll, wird eine Gründung scheitern. Wenn keine festen Zeitfenster blockiert werden, passiert in der Regel nichts.

Gleichzeitig brauchst du keine endlosen Zeiträume. Ein paar feste, verlässliche Zeitfenster reichen oft aus, wenn klar ist, wofür sie genutzt werden. Zwei bis sechs fokussierte Stunden pro Woche können mehr bewirken als zwanzig Stunden ungeordnete Beschäftigung.

Interessanterweise sind viele nebenberuflich Gründende effizienter als Vollzeit-Gründer. Nicht trotz, sondern wegen der begrenzten Zeit.
Sie wissen, dass sie sich Ablenkung und Perfektionismus nicht leisten können.

Beschäftigt sein ist nicht produktiv sein

Beschäftigt sein bedeutet, dass du viel tust. Produktiv sein bedeutet, dass du an den Dingen arbeitest, die Ergebnisse bringen.

Einkommensproduzierende Maßnahmen sind zum Beispiel Kundengespräche, Angebotsentwicklung, Akquise, Sichtbarkeit und Verkauf.
Nicht einkommensproduzierend sind Tätigkeiten wie endloses Tool-Vergleichen, Social-Media-Perfektion oder das wiederholte Umbauen der Website.

Wer diesen Unterschied versteht und seine begrenzte Zeit gezielt einsetzt, kann auch neben dem Job echte Fortschritte machen.

Zeit ist eine Planungsgröße, kein Hindernis

Zeit ist kein Hindernis für eine Gründung, sie ist eine Planungsgröße.
Wer versteht, wofür Zeit gebraucht wird, kann realistisch einschätzen, ob die eigene Lebenssituation eine Gründung gerade trägt oder nicht.

Für eine Gründung brauchst du nicht möglichst viel Zeit, sondern Zeit mit einem klaren Zweck.
Konzentriere dich auf die Aufgaben, die Ergebnisse bringen und lass den Rest vorerst weg.

Die Selbstständigkeit wirkt am Anfang kompliziert, bis du einmal verstehst, wie klar die Schritte eigentlich sind.
Auf meinem Youtube Kanal findest du viele weitere Videos, die dir genau dabei helfen.

Wenn du bis hierher gelesen hast, meinst du es ernst. Die Frage ist nur, was du jetzt daraus machst.
Ich habe dafür zwei Dinge vorbereitet: eine kostenlose Checkliste, mit der du sofort prüfen kannst, ob deine Idee tragfähig ist.

Wenn du dir einen ganzheitlichen, klar strukturierten und einfachen Leitfaden von der Ideenfindung bis zum fertigen Businessplan wünschst:
Mein Kurs ist genau dafür gemacht. Mehr Infos dazu findest du hier.

Zurück
Zurück

Neben dem Job gründen: Wie du Sicherheit behältst, ohne dich zu blockieren

Weiter
Weiter

Solltest du neben dem Job gründen oder nicht?