Solltest du neben dem Job gründen oder nicht?
Wer sich mit Selbstständigkeit beschäftigt, verfolgt meist ein klares Ziel: mehr Freiheit, mehr Verantwortung, mehr Gestaltungsspielraum im eigenen Leben. Gleichzeitig will kaum jemand dabei unnötige Risiken eingehen.
Kein Einkommenschaos, keine unkontrollierten Sprünge, keine Entscheidungen aus purem Druck heraus.
Genau an dieser Stelle taucht eine zentrale Frage auf: Solltest du neben dem Job gründen oder nicht?
Diese Frage ist berechtigt. Und sie ist ein sehr guter Ausgangspunkt, um Selbstständigkeit nicht impulsiv, sondern strukturiert anzugehen.
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Nebenberuflich gründen ist der kontrollierteste Einstieg
Nebenberuflich zu gründen ist kein Zeichen von Unsicherheit und es ist auch kein halbherziger Einstieg.
Richtig genutzt ist der Nebenberuf der kontrollierteste Weg in die Selbstständigkeit.
Nicht, weil er automatisch sicher ist, sondern weil er dir Zeit verschafft, Dinge zu klären, bevor sie existenzrelevant werden.
Ein Beispiel: Du möchtest dich als Coach selbstständig machen.
Nebenberuflich kannst du prüfen, ob es überhaupt echte Nachfrage gibt, ob dein Angebot zu deinem Alltag passt und ob dein Preismodell realistisch ist.
Testest du all das direkt in Vollzeit, hängt sofort deine komplette Existenz daran. Nebenberuflich kannst du lernen, während dein Gehalt weiterläuft.
Genau darin liegt der Vorteil.
Das Problem: Nebenberuflich wird oft mit bequem verwechselt
Schwierig wird es dort, wo „nebenberuflich“ mit „unverbindlich“ oder „bequem“ verwechselt wird. Nebenberuflich zu gründen heißt nicht, ein bisschen auszuprobieren und darauf zu hoffen, dass sich irgendwann etwas entwickelt. Nebenberuflich heißt: mit einem klaren Zweck zu starten.
Fehlt dieser Zweck, wird der Nebenberuf zur Warteschleife. Er fühlt sich zwar sicher an, führt aber zu keiner echten Entscheidung. Du bist beschäftigt, aber du kommst nicht voran. Der Unterschied ist entscheidend: Nebenberuflich mit Strategie ist klug, nebenberuflich ohne Ziel ist Aufschieben.
Wofür nebenberufliches Gründen wirklich gedacht ist
Der Nebenberuf hat drei sehr konkrete Aufgaben. Wenn du ihn genau dafür nutzt, wird er zu einem echten Vorteil.
1. Tragfähigkeit prüfen
Im Nebenberuf kannst du herausfinden, ob es echte Nachfrage gibt. Nicht theoretisch, sondern real. Zahlen Menschen tatsächlich für dein Angebot? Nicht aus Höflichkeit, sondern weil sie das Problem wirklich haben? Genau dafür brauchst du Zeit und die bekommst du, ohne dass deine Miete davon abhängt.
2. Belastbarkeit testen
Du prüfst, ob dieses Geschäftsmodell zu deinem Leben passt. Zu deinem Alltag, zu deinem Energielevel und zu deinen Verpflichtungen. Schaffst du es, nach acht Stunden Job noch zwei Stunden fokussiert an deiner Selbstständigkeit zu arbeiten? Oder merkst du nach wenigen Wochen, dass dich das dauerhaft überfordert? Besser, du findest das jetzt heraus und nicht erst nach der Kündigung.
3. Entscheidungsreife erreichen
Das wichtigste Ziel des Nebenberufs ist Klarheit. Du willst weg von Hoffnung und hin zu belastbaren Entscheidungen. Statt „Ich hoffe, dass es klappt“ willst du sagen können: „Ich habe drei Monate getestet, ich habe zahlende Kunden und ich weiß, dass dieses Modell funktioniert.“ Das ist der Unterschied zwischen einem Sprung ins Ungewisse und einem kalkulierten Schritt.
Die richtige Erwartungshaltung
Nebenberuflich zu gründen bedeutet in der Regel: langsamer vorankommen, bewusster entscheiden und strukturierter arbeiten. Es bedeutet nicht, keine Verantwortung zu übernehmen oder Entscheidungen aufzuschieben.
Der Nebenberuf nimmt dir das Risiko nicht ab. Er verschiebt es und gibt dir Zeit, es zu kontrollieren.
Statt von null auf hundert zu springen, gehst du von null auf zwanzig, dann auf vierzig und später auf sechzig. Du baust schrittweise auf, während du noch abgesichert bist. Und wenn du feststellst, dass es sich nicht trägt, hast du keinen Existenzverlust, sondern eine wertvolle Erkenntnis.
Der Nebenberuf ist ein Übergang und keine Dauerlösung
Wichtig ist: Der Nebenberuf ist kein Ziel. Er ist eine Phase. Ein Übergang vom Denken ins Handeln, vom Wunsch zur Entscheidung und wenn die Voraussetzungen stimmen vom Job in die Selbstständigkeit.
Genau deshalb geht es in den nächsten Inhalten darum, diese Übergangsphase sauber zu gestalten. Wie viel Zeit du realistisch brauchst, wie du deinen Job stabil hältst und woran du erkennst, dass der Wechsel in die Vollzeit sinnvoll wird.
Fazit
Nebenberuflich zu gründen ist kein Umweg.
Es ist der sinnvollste Einstieg, wenn du Selbstständigkeit strukturiert, kontrolliert und ohne unnötige Risiken angehen willst.
Die Selbstständigkeit wirkt am Anfang kompliziert, bis du einmal verstehst, wie klar die Schritte eigentlich sind.
Auf meinem Youtube Kanal findest du viele weitere Videos, die dir genau dabei helfen.
Wenn du bis hierher gelesen hast, meinst du es ernst. Die Frage ist nur, was du jetzt daraus machst.
Ich habe dafür zwei Dinge vorbereitet: eine kostenlose Checkliste, mit der du sofort prüfen kannst, ob deine Idee tragfähig ist.
Wenn du dir einen ganzheitlichen, klar strukturierten und einfachen Leitfaden von der Ideenfindung bis zum fertigen Businessplan wünschst:
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